Notre Dame de Paris: Gotik, Neogotik und das achte Gebot.

Notre Dame ist abgebrannt. Das Dach und der Vierungsturm, der Turm über dem Schnittpunkt Querschiff / Hauptschiff ist hinüber. Ein Juwel der Gotik… ein Trauerspiel. Zumindest 1/3 der Kunstgegenstände und die Dornenkrone des Herrn konnten gerettet werden und bis auf drei Verletzte, denen ich hier gute Besserung wünsche, gibt es auch keine Personenschäden. Grade kam im Radio die Nachricht, dass die französische Regierung einen Architektenwettbewerb zum Wiederaufbau der Kathedrale ausrufen will. Die Regierung erlaubt übrigens den Architekten auch eigene, moderne Ideen für den Vierungsturm.

Sakrileg! Höre ich da einige schreien. Come On, rufe ich diesen Leuten zu. Erstens hat die Kirche schon schlimmere Sakrilege erlebt (während der Französischen Revolution war es zeitweise Tempel des Höchsten Wesens, dann Weindepot. Wer die Kathedrale mal in dieser Zeit besuchen möchte, der soll bitte Assasins Creed: Unity spielen). Die meisten gotischen Statuen wurden damals zerstört. Der Vierungsturm stammte übrigens aus dem 19. Jahrhundert, ist also noch nicht mal 200 Jahre alt und gehört zur Kunstrichtung Neogothik. Naja, zumindest wurde der größte Teil der Kathedrale tatsächlich in der Gotik fertig. Die bekanntesten deutschen Dome aus dieser Zeit wurden erst im 19. Jahrhundert fertig. Der in Köln war 300 Jahre lang eine Bauruine.

 

Zur Neogotik noch ein paar Gedanken. Wer eine schöne neo- oder neugotische Kirche sehen will, der ist in St. Nikolaus in Oberpiebing an der richtigen Adresse. Die ganze Kirche ist neugotisch. Um 1860 rum war man in Oberpiebing den Barock leid und hat kurzerhand die ganze Inneneinrichtung ausgetauscht. Die neue Inneneinrichtung war dann dem damaligen Zeitgeist entsprechend neogotisch.

 

Zuletzt möchte ich noch auf eine Sache hinweisen, die mir beim Brand sauer aufgestoßen ist. Kaum sind die ersten Bilder über den Äther geflimmert, konnte man im Internet (zum Beispiel auf Welt.de) Kommentare wie etwa diesen hier lesen:

Da brennt Notre-Dame noch, da wissen schon einige Experten vor Ort, dass es vermutlich kein Anschlag war. Wie soll das gehen? Ein Wahrzeichen des Abendlandes, eingerüstet, ist die Gelegenheit für einen Anschlag. Wer vom Bau kommt weiß, dass man relativ problemlos an ein eingerüstetes Objekt herankommt. […] Die französischen Sicherheitsleute werden das Objekt auf ihre typische Art lässig im Auge behalten haben. Wenn es überhaupt welche gab. Ein Herr meinte hier. Der Brandbeschleuniger lässt sich relativ leicht nachweisen. Wie denn? […] Wenn es ein Anschlag war, werden wir das nie erfahren! Niemals! Man weiß warum…..

 

Als Fledermaus aus dem Landkreis Straubing-Bogen, die vor ein paar Jahren erst das Rathaus auf ähnliche Weise verloren hat und als jemand, der Wahrheit als hohes Gut hält und als jemand, dem Faschisten auf den Sack gehen, geht mir bei so was der Hut hoch. Dieser Kommentar baut einen Verschwörungsmythos auf, immer unter dem Vorwand, dass man dies ja wohl mal sagen dürfe. Und wenn es dann doch kein herbeigeredeter Anschlag von Muslimen war, dann wird darauf hingewiesen, dass das ja zumindest denkbar gewesen wäre. Ich zitiere jetzt mal 2. Buch Mose 20,16:

Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.

Dieses Gebot gilt auch auf Twitter und Facebook. Verbreitung von Gerüchten und Halb. Und Viertelwahrheiten fallen auch drunter! Wer dagegen gesündigt hat, hat ja Morgen Zeit, bei den Karmelitern in Straubing vorbeizuschauen und zu Beichten. Eine Idee für die Buße hätte ich Auch schon… 100 mal „Ich soll nicht lügen, schwindeln oder hetzen“ auf Facebook posten.

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Eine kleine Medienschau

Beginnen möchte ich mit einem Podcast, wieder mal von den Skeptikern aus Hamburg, von Hoaxilla. In dem Podcast haben die einen alten Freund eingeladen, den Buddler. Gemeinsam diskutieren sie, ob es den Thesenanschlag in Wittenberg wirklich gegeben hat. Während sich die evangelische Kirche im Lutherjahr nicht mehr so sicher war, kommt der Buddler, seines Zeichens Atheist, zu dem Schluss, dass der Thesenanschlag wirklich stattgefunden hat.

Über die Missbrauchskonverenz im Vatikan brauche ich, glaube ich, nicht mehr viel zu sagen. Einmal googlen, und man erhält eine ganze Latte von Ergebnissen. Vor allem im säkularen Teil der Presse ist man (zu Recht) enttäuscht darüber, wie wenig letztendlich dabei herausgekommen ist. Das Bewusstsein, welch Unrecht da begangen wurde, scheint noch nicht in allen Teilen der Kirche wach zu sein. Die katholische Kirche muss hier höllisch aufpassen, sonst fangen immer mehr ihrer Schäfchen an, die Existenz des Herrn in Frage zu stellen. Dann hieße es: Gott ist tot, sein Personal hat ihn getötet.

Von Juden, Heiden, Petrus und einem Schweinsbraten – Warum dürfen wir Christen Schweinebraten essen?

Mein Schwesternblog drüben macht gerade beim aktuellen Karneval der Rollenspielblogs mit. Diesen Monat geht es um das Thema Essen.

„Karneval? Ist der nicht schon vorbei? Und das Thema Essen in der Fastenzeit?“ hör ich euch schon sagen. Nun, die Rollenspielergemeinde veranstaltet jeden Monat einen sogenannten Rollenspielerkarneval. Da schreibt dann jeder teilnehmende Blog zu einem bestimmten Thema. Drüben beim Troll geht es um Nahrungsmittelrestiktionen im Rollenspiel, da wollte ich was dazu aus christlicher Sicht schreiben. Übrigens… die Sonntage zählen nicht zur Fastenzeit dazu. Wenn man das schummeln beim Fasten lernen will, dann frage man bei und Katholiken an. Nun, zu unserem Thema.

Warum dürfen wir Christen Schweinebraten essen?

Das Christentum hat sich ja aus dem Judentum entwickelt. Und für beide gilt das Alte Testament als verbindliches, heiliges Buch / Gesetz. Dummerweise scheint Gott und Moses nicht viel für eine Schweinshaxe übrig gehabt zu haben.

Nur diese dürft ihr nicht essen von dem, was wiederkäut oder gespaltene Klauen hat: das Kamel, denn es ist zwar ein Wiederkäuer, hat aber keine durchgespaltenen Klauen, darum soll es euch unrein sein; den Klippdachs, denn er ist zwar ein Wiederkäuer, hat aber keine durchgespaltenen Klauen; darum soll er euch unrein sein; den Hasen, denn er ist auch ein Wiederkäuer, hat aber keine durchgespaltenen Klauen; darum soll er euch unrein sein; das Schwein, denn es hat wohl durchgespaltene Klauen, ist aber kein Wiederkäuer; darum soll es euch unrein sein. Von ihrem Fleisch dürft ihr weder essen noch ihr Aas anrühren; denn sie sind euch unrein. 3. Mose 4-8

Übrigens sind auch Schrimps und Krabben, Kalamaris und Muscheln tabu und dem Herrn ein Gräuel, wie es so schön heißt.

Gott sei Dank hat der Sohn vom Chef dieses Gebot etwas abgeschwächt:

Nicht was zum Mund hineingeht, macht den Menschen unrein; sondern was aus dem Mund herauskommt, das macht den Menschen unrein. Da traten die Jünger hinzu und sprachen zu ihm: Weißt du auch, dass die Pharisäer an dem Wort Anstoß nahmen, als sie es hörten? Aber er antwortete und sprach: Alle Pflanzen, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, die werden ausgerissen. Lasst sie, sie sind blinde Blindenführer! Wenn aber ein Blinder den andern führt, so fallen sie beide in die Grube. Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Deute uns dies Gleichnis! Er sprach zu ihnen: Seid denn auch ihr noch immer unverständig? Versteht ihr nicht, dass alles, was zum Mund hineingeht, das geht in den Bauch und wird danach in die Grube ausgeleert?Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das macht den Menschen unrein. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung. Das sind die Dinge, die den Menschen unrein machen. Aber mit ungewaschenen Händen essen macht den Menschen nicht unrein. Matthäus 15, 11-20

Richtig fahrt nimmt die Geschichte aber mit Petrus und Kornelius auf. Kornelius war römischer Hauptmann in Cäsaria und ein recht wohltätiger, christiusgläubiger Typ. Sein Problem: Er war kein Jude. Bis dahin war das Christentum nämlich nicht mehr als eine kleine, radikale, jüdische Sekte. Die Apostelgeschichte berichtet darüber. Zwei Stellen sind für unser Thema relevant. In der einen, der Späteren, geht es darum, wie Petrus den Hauptmann tauft, was seine jüdischen Gefährten außer sich bringt und zum ersten Apostelkonzil führt, auf dem gegen den Willen des Herrenbruders Jakobus die Missionierung der Heiden beschlossen wird (APG 10, 34-47). Die erste Stelle ist das Vorgeplänkel dazu, in dem Gott durch ein Gleichnis dem Petrus den Auftrag zur Mission gibt:

Am nächsten Tag, als diese auf dem Wege waren und in die Nähe der Stadt kamen, stieg Petrus auf das Dach, zu beten um die sechste Stunde. Und als er hungrig wurde, wollte er essen. Während sie ihm aber etwas zubereiteten, kam eine Verzückung über ihn, und er sah den Himmel aufgetan und ein Gefäß herabkommen wie ein großes leinenes Tuch, an vier Zipfeln niedergelassen auf die Erde. Darin waren allerlei vierfüßige und kriechende Tiere der Erde und Vögel des Himmels. Und es geschah eine Stimme zu ihm: Steh auf, Petrus, schlachte und iss! Petrus aber sprach: O nein, Herr; denn ich habe noch nie etwas Gemeines und Unreines gegessen. Und die Stimme sprach zum zweiten Mal zu ihm: Was Gott rein gemacht hat, das nenne du nicht unrein. Und das geschah dreimal; und alsbald wurde das Gefäß wieder hinaufgenommen gen Himmel. APG 10, 9-16

Das Apostelkonzil legte damals übrigens auch fest, dass sich die Nicht-Judenchristen nicht an die Speisevorschriften halten müssen. Auch die beschneidung muss nicht sein. Treibende Kraft dahinter war Gottes Wandersocke, Paulus, der zuvor in Antiochia mit Gefolgsleuten des Herrenbruders über genau dieses Thema in Streit geraten war. Nochmal kurz zur Einordung: Als Saulus war er früher ein Pharisäer gewesen und hielt sich streng an die Regeln, als Christ vertrat er dann in vielen Dingen genau die gegenteilige Meinung. Die Bekehrung hatte ihn radikal gewandelt. Er muss damals ein faszinosum gewesen sein.

Die letzte Bibelstelle, die uns den Schweinsbraten erlaubt, steht in den Römerbriefen. Liebe Veganer*innen, ihr müsst jetzt ganz stark sein, denn…

Der eine glaubt, er dürfe alles essen. Der Schwache aber isst kein Fleisch. Wer isst, der verachte den nicht, der nicht isst; und wer nicht isst, der richte den nicht, der isst; denn Gott hat ihn angenommen. Wer bist du, dass du einen fremden Knecht richtest? Er steht oder fällt seinem Herrn. Er wird aber stehen bleiben; denn der Herr kann ihn aufrecht halten. Der eine hält einen Tag für höher als den andern; der andere aber hält alle Tage für gleich. Ein jeder sei seiner Meinung gewiss. Wer auf den Tag achtet, der tut’s im Blick auf den Herrn; wer isst, der isst im Blick auf den Herrn, denn er dankt Gott; und wer nicht isst, der isst im Blick auf den Herrn nicht und dankt Gott auch. Denn unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei.Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. Denn es steht geschrieben (Jesaja 45,23): »So wahr ich lebe, spricht der Herr, mir sollen sich alle Knie beugen, und alle Zungen sollen Gott bekennen.« So wird nun jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben. Darum lasst uns nicht mehr einer den andern richten; sondern richtet vielmehr darauf euren Sinn, dass niemand seinem Bruder einen Anstoß oder Ärgernis bereite.Ich weiß und bin gewiss in dem Herrn Jesus, dass nichts unrein ist an sich selbst; nur für den, der es für unrein hält, für den ist es unrein. Wenn aber dein Bruder wegen deiner Speise betrübt wird, so handelst du nicht mehr nach der Liebe. Bringe nicht durch deine Speise den ins Verderben, für den Christus gestorben ist.Es soll doch nicht verlästert werden, was ihr Gutes habt. Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist. Römer 14, 2-17

Hey, das gefällt mir. „Wenn aber dein Bruder wegen deiner Speise betrübt wird, so handelst du nicht mehr nach der Liebe.“ Den Satz bringe ich das nächste mal, wenn ich mit meinem veganen Freund essen gehe, er in seinem Linsen-Kokus-Curry stochert und mich vorwurfsvoll ansieht, während ich mir ein Schäufele schmecken lasse!

Bis die Tage

euer Leander Kirchenfledermaus

Marterl, Hofkreuze und Gedenksteine

Vor kurzem kam das erste der Salchinger Hefte heraus. In dieser Ausgabe geht es um Flurdenkmäler in Oberpiebing, Salching und der Umgebung. Für nur 5,00 € kann es in der Gemeindebücherei bezogen werden.

Das Heft ist sehr interessant. Insgesamt werden 30 Feldkreuze, Hofkreuze und Marterl beschrieben, die in und um Oberpiebing bzw. Salching stehen. Dazu kommt ein Naturdenkmal in Reithof (ein Hindenburggedenkstein, der in den 30gern und 40gern zur Hitlersäule wurde und heute, ganz schief und ohne Büste, am Fuße einer gespaltenen Eiche, vom Wahnsinn vergangener Zeiten berichtet) und der Meditationsweg am Reithof, der vor ein paar Jahren von Pfarrer Bummes eingerichtet wurden. Das jüngste Zeugnis des Glaubens steht übrigens in Außerhienthal, das älteste dürfte die Pestsäule zwischen Oberpiebing und Riedling sein, die aus dem Jahre 1649 satmmt.

Interessant ist übrigens auch, dass mindestens zwei dieser Säule Opfer von Räubern wurden, die die Orginalfiguren stahlen. Im Falle des Bildstöckls in Opberpiebing an der Kreuzung Mattinger Weg / Kirchmattinger Straße war das sogar eine geschnitzte Madonna aus dem Barock. Übrigens nicht die einzige Barockfigur, die aus Oberpiebing verschwand: 1860 verschwanden, im Zuge der Neugotisierung der Pfarrkirche, an der Theo und Vroni sicherlich mitschuldig sind, der heilige Johann Baptist, Leonhard, Isidor, Georg, Florian und Johannes Evangelist. Die Madonna im Bildstöckl war, als sie verschwand, alt, wurmstichig und durch Wind und Wetter schwer geschädigt, die 6 Heiligen aus der Kirche aber wurden fünf Jahre vorher frisch renoviert. Jede von dürfte heute etwa 2.000,00 € wert sein. Wo die wohl abgeblieben sind?

Noch ein Hinweis am Rande… Ludwig Hofmeister hat vor Jahren mal auch so ein Heftchen für die Kreuze in Hankofen und Umgebung gemacht. Soweit ich weiß, ist das Heftchen ausverkauft. Ich finde, jede Gemeinde sollte so ein Heftchen machen und alle Feldkreuze, Marterl, Hofkreuze und Gedenksteine erfassen und die Geschichte dieser Denkmäler erforschen. Unsere Vorfahren haben sie errichtet, zur Ehre Gottes und zur Erinnerung an ein für sie wichtiges Ereignis. An uns ist es, dies nicht zu Vergessen.

 

Bis die Tage… euer Leander Kirchenfledermaus.

Leanders Bestiarium: Der Pelikan und Jesus Christus

Das hier ist Jesus Christus.

Wenn man die Treppe zur Empore in der Salchinger Kirche hochsteigt, kann man diesesn Pelikan sehen.

Halt, stopp, bevor ihr jetzt gleich die Fackeln rausholt und mich arme Fledermaus aus der Kirche treibt, das hier ist wirklich Jesus Christus. Oder zumindest eine Allegorie, ein Sinnbild für Jesus. Gefunden hab ich Jesus… äh… das Sinnbild für Jesus übrigens in Peter und Paul in Salching. Die Chance, dass ihr es auch schon mal gesehen oder zumindest daran vorbeigegangen seid, ist also groß. Ihr findet das Bild auf der Empore, gleich neben der Treppe.

Was haben nun Jesus und ein Pelikan miteinander zu tun und was zur Höll… ich meine natürlich was zum Kuckuck… macht der Pelikan da?

Nun, er hat seine Kinder erschlagen, sich nun den Brustkorb geöffnet und mit seinem Blut die Brut zu neuem Leben erweckt. Er hat sich, wie Jesus, selber geopfert.

Blödsinn, nicht wahr? Alter, griechischer Blödsinn. Die Idee, den Pelikan mit Christus gleichzusetzen, stammte aus dem Physiologus, der zwischen dem 2 und 4 Jhdt. In Griechisch verfasst wurde. Alle den Schreibern damals bekannten Tiere (real existierende oder Fantasy-Wesen wie Einhörner) wurden irgendwie mit Jesus, Tod und Teufel in Verbindung gebracht. Igel sollen z.B. für den Teufel stehen, da sie auf ihren stacheligen Rücken das Obst aus den Gärten tragen wie der Teufel die Seele entführt. Solche Geschichten halt. Und da steht auch in der lateinischen Ausgabe aus dem 11 Jhdt die Idee, dass sich Pelikane selber opfern, um ihre Jungen zu beleben. Der Schreiber dieses Kapitels hat augenscheinlich den Futtersack unterm Schnabel für die Pelikanbrust gehalten und das Futter im Schnabel für Fleisch und Blut des Pelikans. Biologe oder auch nur geduldiger Naturbeobachter war er wohl nicht.

Das Buch selber fand noch bis etwa 1500 Verbreitung, beeinflusste noch im 17. Jhdt. Literatur und Wissenschaft. Es ist ein sogenanntes Bestiarium, ein Monster- und Tierhandbuch. Eher Literatur als ernsthafte Zoologie. Trotzdem interessant mal einzulesen, was unsere Vorfahren so glaubten über Pelikane zu wissen. Oder Igel. Oder Fledermäuse. Oder was das alles mit dem Christlichen Glauben zu tun hat.

Bis zum nächsten Mal,

euer Leander

Medienschau Dezember 2018

So, es wird mal wieder Zeit, die Medien nach interessanten Themen zu durchforsten.

 

Die Kirchenspaltung in der Ukraine

Jetzt ist es durch, die orthodoxe Kirche der Ukraine hat sich offiziell gegründet und spaltet sich damit von der orthodoxen Kirche moskauer Patriachat. Die katholische Kirche hat dazu schon gratuliert. Für mich persönlich ist das ganze sowohl interessant als auch tragisch. Interessant aus zwei Gründen: Als Geschichtsinteressierter habe ich die Chance, mal eine Kirchenspaltung live mitzuerleben. Die Letzte Kirchenspaltung der katholischen Kirche liegt ja schon ein paar Jahre zurück, 1870 spalteten sich die Altkatholiken von uns ab, weil sie das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes ablehnten. Als Rollenspieler, der ich auch bin, ist das richtig interessant, weil sich daraus viele neue Plotideen ergeben. Tragisch ist das Ereignis, weil hier der Glaube und die Einheit einer Kirche auf dem Altar der Politik geopfert wird, und zwar von beiden Seiten. Ich bin ja gespannt, wie es hier weitergeht. Was passiert mit moskautreuen Klöstern? Werden die zwangsenteignet? Die Popen vertrieben?

 

Bruder Konrad und Stille Nacht

Im Straubinger Tagblatt gab es am 21.12.2018 gleich zwei tolle Seiten. Eine Seite lang wird über den heiligen Bruder Konrad berichtet, der am 22.12.1818 zur Welt kam. Was ich noch nicht wusste war, das Pius XI den Bayer wohl deshalb Heilig sprach, weil er das totale Gegenmodell zum Österreicher mit dem komischen Bärtchen war. Und dass Konrad eher armselig im Kloster lebte und dass der eher wortkarge Einzelgänger nach rationalen Maßstäben nicht die Idealbesetzung der Pforte war. Ausgefüllt hat er diese Aufgabe aber mehr als gut. Auf katholisch.de gibt es auch einen Artikel dazu.

Ebenfalls 200 Jahre alt wird das Liedchen „Stille Nacht“. Auch dazu gab es im Straubinger Tagblatt einen interessanten Artikel, der gleich mal mit der Vorstellung aufräumt, dass das Lied in der Christmette am 24.12.1818 uraufgeführt wurde. Damals gab es ein von Kaiser Joseph II erlasseses Verbot von Mitternachtsmessen. Außerdem erfährt man, dass der Herr Pfarrer Moor wohl kein Kind von Traurigkeit war. Im Jahr 1818 wurde bekannt, dass er wohl der holden Weiblichkeit sehr zugetan war und oft „nicht erbbauliche Lieder“ sang. 1988 wurde dann ein Film gedreht, der diese Dunklen Seiten thematisieren sollet (mit Nastassja Kinski als verführerische Dorfhure, der aber dann in Deutschland nie in die Kinos kam.

Für mich als Bayer ist das Jahr 1818 zudem noch aus einem anderen Grund bedeutend: Vor 200 Jahren bekam Bayern die damals modernste und erste Verfassung auf deutschem Boden. Nebenbei… 1816 war das Jahr ohne Sommer und zwei Jahre Später meldete ein gewisser Karl Friedrich Christian Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn den Vorläufer des Fahrrades zum Patent an.

 

Die Liedermacherin

Wer das alte und das neue Gotteslob zur Hand nimmt und ein wenig darin blättert, wird über einen Namen immer wieder stolpern: Maria Luise Thurmair. Im alten Gotteslob waren es noch 45 Lieder gewesen, im neuen immerhin noch 25, die aus der Feder dieser Dichterin und Komponistin stammte. Zusammen mit ihrem Mann könnten Lieder von den beiden locker ein, zwei Gottesdienste füllen. Auf katholisch.de gibt es einen lesenswerten Beitrag dazu. Herr Pastor Thiesen, die Thurmairin dürfte Ihnen nicht unbekannt sein, da viele ihrer Lieder ökumenisch gedacht waren. Im Evangelischem Gesangsbuchmüssten es im Hauptteil vier sein, wenn Wikipedia richtig liegt.

 

So, das was es fürs erste… Viel Spaß beim Lesen!

Euer Leander Kirchenfledermaus

Ein Blick hinter die Kulissen

Vor einiger Zeit hab ich hier zwei Beiträge gepostet. Zum einen deinen über die BAD ASS Heiligen der katholischen Kirche, zum anderen diesen hier, in dem ich mich interessiert über den Kult der Santa Muerte geäußert habe (die ich noch im ersten Beitrag verdammt hab). Der zweite Beitrag war ein Versehen und ist auf dem falschen Blog erschienen.

Ich bin nämlich noch Rollenspieler, das heißt, ich spiele zusammen mit Freunden fiktive Geschichten in Fantasiewelten. Dazu brauch ich nur ein paar Würfel, Zeit, Freunde, Papier und Bleistifte… Mein Lieblingssystem ist seit 25 Jahren DSA. Nun, in vielen Fantasy-Rollenspielen gibt es auch Götter, man kann darin sogar Priester dieser Gottheiten spielen. Grade für mich als Rollenspieler ist es daher sehr interessant, wie dieser Kult um die skelettierte Heilige entstanden ist… und wie ich das ins Rollenspiel einbauen kann.

Zum Thema Religion im Rollenspiel gabs übrigens mal einen Interessanten Rollenspielerkarneval. Da habe ich auch einen Beitrag geschrieben und der wurde dann kontrovers diskutiert.

 

Bis bald, euer Leander Kirchenfledermaus alias Dnalor the Troll

 

Erklärung Rollenspielkarneval: Wir Rollenspielerblogs haben uns zu einer Blogliste zusammengeschlossen. Jeden Monat schlägt ein Blogger ein Thema vor, zu dem dann die anderen Rollenspielblogger einen Beitrag verfassen. Das könnten wie Glaubensblogger auch mal machen…